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OASIS-Sperre: Spielersperre beantragen, aufheben – und wo sie nicht greift
Wie die Spielersperre über OASIS funktioniert: wo du sie beantragst, wie lange sie gilt, wie du sie aufhebst, was eine Fremdsperre ist und warum Casinos ohne OASIS gesperrte Spieler trotzdem erreichen.
BetClear · 2. November 2026 · 7 Min. Lesezeit

OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem in Deutschland. Wer dort gesperrt ist, darf in Spielhallen, Spielbanken und Wettvermittlungsstellen nicht mehr spielen, und auch nicht bei Online-Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Die Sperre ist kostenlos. Du beantragst sie direkt beim Regierungspräsidium Darmstadt, online oder per Post, oder bei einem erlaubten Anbieter, also auch in der Spielhalle oder Spielbank. Hier liest du, wie das geht, wie lange die Sperre gilt, wie du sie wieder aufhebst und warum manche Casinos dich trotzdem erreichen.
Was ist die OASIS-Sperre?
OASIS ist eine zentrale Sperrdatei, die das Regierungspräsidium Darmstadt für alle Bundesländer führt. Rechtsgrundlage ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021, vor allem die Paragrafen 8 bis 8d. Wenn du eine Spielhalle, Spielbank oder Wettvermittlungsstelle betrittst, wird deine Identität mit der Datei abgeglichen. Für Online-Glücksspiel mit deutscher Erlaubnis gilt das ebenso. Bist du gesperrt, muss der Anbieter dich abweisen. In seiner Bilanz für 2025 nennt das Regierungspräsidium rund 367.000 aktive Spielersperren. Du bist mit diesem Schritt also nicht allein.
Wofür gilt die Spielersperre und wofür nicht?
Die Sperre gilt bundesweit und spielformübergreifend. Erfasst sind unter anderem:
- Spielhallen und Gaststätten mit Geldspielgeräten
- Spielbanken
- Sportwetten, online und in Wettvermittlungsstellen
- Online-Casinospiele, virtuelle Automatenspiele und Online-Poker
- Pferdewetten im Internet und bei Buchmachern
- Lotterien, die häufiger als zweimal pro Woche stattfinden, und Sofortlotterien im Internet
Ausgenommen sind Lotterien, die höchstens zweimal pro Woche veranstaltet werden, etwa das klassische Lotto 6aus49, außerdem Gewinnsparen und Pferdewetten von Rennvereinen mit Totalisator oder an einer deutschen Rennbahn. Die größte Lücke ist aber eine andere: Die Sperre wirkt nur bei Anbietern, die an OASIS angeschlossen sein müssen. Dazu weiter unten mehr.
Spielersperre beantragen: so geht's
- Online beim Regierungspräsidium Darmstadt: Für den vollständig digitalen Antrag brauchst du ein BundID-Konto und die Online-Ausweisfunktion deines Ausweises.
- Ohne BundID: Du füllst das Online-Formular aus, druckst es aus, unterschreibst es und schickst es per Post an das Regierungspräsidium. Das dauert länger. Lege eine Kopie deines Personalausweises, Reisepasses oder ausländischen Passes bei. Ein Führerschein wird nicht akzeptiert.
- Direkt beim Anbieter: Spielhallen, Spielbanken, Wettvermittlungsstellen und Online-Anbieter mit deutscher Erlaubnis müssen dich sperren, wenn du das beantragst, und die Sperre in OASIS eintragen. Sie gilt dann überall, nicht nur dort, wo du sie beantragt hast.
Prüf vor dem Absenden, ob dein Antrag vollständig und unterschrieben ist. Das Regierungspräsidium schreibt, dass 2025 viele Anträge unvollständig waren und deshalb nicht abschließend bearbeitet werden konnten. Bei Fragen hilft das Servicetelefon des Regierungspräsidiums unter 06151 12 8611 oder die E-Mail-Adresse spieleranfragenoasis@rpda.hessen.de.
Wie lange gilt eine Selbstsperre?
Die Mindestdauer einer Selbstsperre beträgt grundsätzlich ein Jahr. Du kannst im Antrag eine andere Dauer angeben, aber nicht weniger als drei Monate. Gibst du weniger an, gelten drei Monate. Wichtig: Diese Dauer ist ein Minimum, kein Ablaufdatum. Die Sperre endet nicht von selbst. Sie bleibt bestehen, bis du schriftlich ihre Aufhebung beantragst.
Für einen schnellen Stopp gibt es bei Sportwetten, Online-Casinospielen, Online-Poker und virtuellen Automatenspielen eine Schaltfläche, die die Glücksspielbehörde Panikbutton nennt. Ein Klick sperrt dich sofort für 24 Stunden, ohne Rückfrage und ohne schriftlichen Antrag. Diese Kurzsperre endet automatisch. In einem schwachen Moment kann sie dir Zeit verschaffen, eine richtige Sperre ersetzt sie nicht.
Fremdsperre: wenn Angehörige sich Sorgen machen
Eine Sperre kann auch jemand anderes veranlassen. Anbieter müssen Spieler sperren, wenn sie aufgrund der Beobachtungen ihres Personals oder von Hinweisen Dritter wissen oder annehmen müssen, dass jemand spielsuchtgefährdet oder überschuldet ist, seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt oder Einsätze macht, die in keinem Verhältnis zu Einkommen oder Vermögen stehen. Angehörige oder Lebenspartner können eine Fremdsperre direkt beim Regierungspräsidium beantragen, seit Februar 2026 auch vollständig online.
Der Grund muss im Antrag angegeben und mit Nachweisen belegt werden. Bevor die Sperre eingetragen wird, bekommt die betroffene Person Gelegenheit zur Stellungnahme. Eine Fremdsperre gilt mindestens ein Jahr.
OASIS-Sperre aufheben: so funktioniert es
- Aufheben kann nur die gesperrte Person selbst, und zwar mit einem schriftlichen Antrag an das Regierungspräsidium Darmstadt. Dafür gibt es ein Online-Formular. Ein Anbieter darf deinen Antrag auch weiterleiten.
- Der Antrag ist frühestens nach Ablauf der Mindestdauer möglich. Wer ihn früher stellt, muss ihn später neu stellen, denn ein verfrühter Antrag ist unwirksam.
- Die Aufhebung wird nicht sofort wirksam: bei einer Selbstsperre frühestens eine Woche nach Eingang des Antrags, bei einer Fremdsperre frühestens nach einem Monat.
- Bei einer Fremdsperre werden der Anbieter, der sie eingetragen hat, und die Person, die sie veranlasst hat, über den Antrag informiert. Wer sie veranlasst hat, kann dann eine neue Sperre beantragen.
Diese Hürden sind gewollt. Sie sorgen dafür, dass eine Sperre nicht in dem Moment fällt, in dem der Drang am stärksten ist. Anbieter dürfen dich übrigens nicht dazu auffordern, deine Sperre aufheben zu lassen, und dir nach einer Aufhebung keine Boni oder Rabatte geben.
Steht die OASIS-Sperre in der Schufa?
Das Gesetz sieht das nicht vor. Nach § 23 GlüStV werden die Sperrdaten an die Stellen übermittelt, die Spielverbote überwachen müssen, also an die angeschlossenen Anbieter, außerdem an die Glücksspielbehörde GGL und an die Aufsichtsbehörden. Auskunfteien wie die Schufa gehören nicht dazu. Sechs Jahre nach Ablauf der Sperre müssen die Daten gelöscht werden.
Casino ohne OASIS: warum dich solche Seiten trotzdem erreichen
Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis fragt die Sperrdatei nicht ab. Genau damit werben Seiten unter dem Schlagwort „Casino ohne OASIS“. Das Versprechen ist nur für Menschen interessant, die gesperrt sind, also für die, die sich schützen wollten. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nennt als Risiko solcher Seiten ausdrücklich vermehrte Werbung trotz gesperrter Konten.
Ein Schlupfloch ist das nicht, sondern ein Risiko. Laut GGL fehlen dort Schutzmaßnahmen wie Einzahlungslimits oder Selbstsperren, Gewinne werden oft nicht ausgezahlt, Ausweiskopien und Bankdaten können missbraucht werden, und im Streitfall kannst du deine Ansprüche nicht durchsetzen. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist nach § 285 StGB strafbar, und Werbung für unerlaubtes Glücksspiel verbietet der Glücksspielstaatsvertrag.
Alle Glücksspielangebote im Internet, die nicht auf der Whitelist stehen, sind illegal.— Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, FAQ „Illegales Glücksspiel im Internet erkennen“
- Die Seite steht nicht auf der amtlichen Whitelist der GGL.
- Die Adresse endet nicht auf .de. Erlaubte Online-Anbieter dürfen nur .de-Domains verwenden.
- Du kannst dich trotz Sperre registrieren oder einzahlen.
- Die Werbung verspricht ausdrücklich, dass deine Sperre dort nicht gilt.
Was die Behörden gegen illegale Seiten tun
Die GGL geht gegen illegale Anbieter vor. Nach ihren Zahlen waren 2025 1.843 illegale Websites wegen Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar, und bei 178 Seiten war Ende 2025 keine Zahlung über gängige Zahlungsdienstleister mehr möglich. Die Mitwirkung an Zahlungen für unerlaubtes Glücksspiel ist verboten. Das Bundesverwaltungsgericht hat im März 2025 entschieden, dass Internetzugangsanbieter nach der damaligen Rechtsgrundlage nur dann zu Netzsperren verpflichtet werden können, wenn sie für die Inhalte selbst verantwortlich sind. Die Länder haben 2026 eine Änderung des Glücksspielstaatsvertrags unterzeichnet, die die Grundlage für solche Sperren neu fasst.
Das hilft, richtet sich aber immer gegen einzelne Seiten. Verlass dich also nicht darauf, dass eine illegale Seite schon gesperrt ist, wenn sie dir das nächste Mal begegnet.
Was wirklich hilft: mehrere Schichten
Keine einzelne Maßnahme reicht allein. Was hilft, ist eine Kombination, bei der jede Schicht eine andere Lücke schließt:
- Behalte deine OASIS-Sperre. Sie hält erlaubte Anbieter, Spielhallen und Spielbanken fern, und sie endet nicht von selbst.
- Blockiere illegale Seiten auf jedem Gerät, mit dem du online gehst. BetClear macht das mit verschlüsseltem DNS auf iPhone, Android, Mac und Windows 11, mit einer Liste von über 500.000 Glücksspiel-Domains, die sich automatisch aktualisiert. Keine Sperre ist lückenlos, weil ständig neue Seiten dazukommen. Rutscht eine durch, kannst du sie melden.
- Mach Zahlungen schwerer: Lösch gespeicherte Karten und Zahlungsdaten, senk deine Limits und frag deine Bank, welche Sperren sie anbietet. Bei Schulden hilft eine Schuldnerberatung. Frag vorher, ob die Beratung kostenlos ist.
- Sprich mit jemandem. Die Telefonberatung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) erreichst du kostenfrei und anonym unter 0800 1 37 27 00. Sie ist auch für Angehörige da. Auf check-dein-spiel.de gibt es außerdem eine kostenlose, anonyme Online-Beratung und einen Selbsttest.
- Such dir Hilfe vor Ort. Beratungsstellen in deiner Nähe findest du im Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (dhs.de), Selbsthilfegruppen über den Fachverband Glücksspielsucht (gluecksspielsucht.de).
Eine Sperre zu beantragen ist ein starker Schritt. Dass manche Seiten dich danach trotzdem erreichen, liegt nicht an dir, sondern an Anbietern, die sich bewusst nicht an die Regeln halten. Je mehr Schichten du einziehst, desto weniger hängt an einem einzigen Moment.
Quellen
- Regierungspräsidium Darmstadt: Spielersperrsystem OASIS, Seiten Eintragung, Aufhebung sowie Fragen und Antworten (rp-darmstadt.hessen.de)
- Regierungspräsidium Darmstadt: Pressemitteilungen vom 6. November 2024 (digitales Antragsformular), 10. Februar 2026 (Bilanz 2025) und 20. Februar 2026 (Fremdsperre online) (rp-darmstadt.hessen.de)
- Glücksspielstaatsvertrag 2021, §§ 4, 5, 6i, 8, 8a, 8b und 23 (gesetze-bayern.de)
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder: Die Spielerschutzmaßnahmen des GlüStV 2021 im Überblick, FAQ zur Teilnahme an illegalem Glücksspiel, FAQ „Illegales Glücksspiel im Internet erkennen“, Meldung „Fünf Jahre GGL“ vom 22. September 2026 (gluecksspiel-behoerde.de)
- Bundesverwaltungsgericht: Pressemitteilung Nr. 17/2025 zum Urteil 8 C 3.24 vom 19. März 2025 (bverwg.de)
- Zweiter Staatsvertrag zur Änderung des Glücksspielstaatsvertrages 2021, SächsGVBl. 2026 Nr. 8 (revosax.sachsen.de)
- Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland: Spielersperre (evz.de)
- BIÖG: Telefonberatung und Hilfe vor Ort (check-dein-spiel.de)
- Bundesministerium für Gesundheit: BZgA in Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit umbenannt, 13. Februar 2025 (bundesgesundheitsministerium.de)
BetClear ist ein Blocker für Glücksspiel-Websites, kein medizinischer Dienst. Wenn du klinische Hilfe oder Unterstützung in einer Krise benötigst, wende dich bitte an eine qualifizierte Fachkraft oder eine Beratungsstelle für Spielsucht.